Mittwoch, 18. September 2013 08:30

US Notenbank FEDWeltweit ging die Erwartung der Wirtschaft und der Politik dahin, dass sich die US-Notenbank FED von ihrer Politik des lockeren Geldes verabschiedet. Es waren mehr als nur Gerüchte, dass die Geldpresse in den USA das Tempo verlangsamt und die expansive Geldpolitik langsam zu einem Ende kommen würde. Anleger hierzulande hatten die Hoffnung, dass das Signal aus Washington bis nach Frankfurt und Brüssel dringen würde. Die Erwartung an Mario Draghi ging trotz seiner Beteuerung, an der Niedrigzinspolitik festzuhalten, dahin, dass die EZB den Leitzins ebenfalls zumindest mittelfristig anheben würde.


US-Notenbankchef Bernanke macht Rückzieher

Fast unerwartet kam jedoch der Rückzieher des US-Notenbankchefs Ben Bernanke. Völlig überraschend kam die Erklärung, dass die Notenbank an ihrer bisherigen Politik festhalten werde, und weiter durch Aufkäufe US-amerikanischer Staatsanleihen liquide Mittel in den Markt fließen lässt. Die Reaktion deutscher Börsianer kam aus dem Stand. Der DAX verzeichnete ein weiteres Allzeithoch.„Sind die Zinsen niedrig, steigen die Aktien“ – diese alte Wahrheit hat sich dieser Tage wieder einmal erfüllt.


Die Erwartung der Sparer ist die eine Seite der FED-Bank Medaille, die Erwartung der Wirtschaft einen andere. Frustration macht sich endgültig unter denjenigen breit, die zusehen müssen, wie ein Zinssatz deutlich unter der Inflationsrate die Ersparnisse langsam aber sicher auffrisst.


Gerade die Generation älterer Sparer, die mit der Börse nicht vertraut sind, und sich auch nicht mehr vertraut machen wollen, verlieren Unsummen, wie Experten berichten. Jüngere Anleger sehen die anhaltende Zinspolitik in Frankfurt und Washington als Anlass, Guthaben umzuschichten und zumindest mit konservativen DAX-Werten den Einstieg in das Aktiengeschäft zu wagen. Die Motivation liegt auf der Hand. Während das Tagesgeld faktisch weniger wird, erwirtschaften Börsianer aktuell Gewinne. Kurz- und mittelfristig ist der Aufwärtstrend an der Börse natürlich nicht garantiert.


Die Vergangenheit hat aber bewiesen, dass Unternehmensanteile langfristig nur den Weg nach oben kennen. Eindrucksvoll wird dies durch das Chart „Stocks, Bills, Bonds and Inflation“ des US-Analystenhauses Ibbotson belegt. Wer sich auf Aktien einlässt, muss also wissen, dass durchaus einmal Haltedauern von mehreren Jahren notwendig sein können, bevor nennenswerte Renditen erzielt werden. Mögliche Kursschwankungen werden andererseits durch Dividendenzahlungen kompensiert, die bei den meisten DAX-Titeln deutlich über den Geldmarktzinsen notieren. Eine völlige Abkehr vom Tagesgeld ist allerdings nicht zu empfehlen. Liquide Mittel sollten vorhanden sein. Für die Gesamtallokation der Geldanlage gilt einmal mehr, dass es die Mischung macht.



ctahier die besten Tagesgeld Angebote vergleichen!



Die Deutsche Wirtschaft atmet wieder durch

Ein Ende der Niedrigzinspolitik in den USA hätte auch die Unternehmen hierzulande betroffen. Gerade die Autobauer sind mit Niederlassungen in den USA vertreten und finanzieren Investitionen vor Ort durch US-Banken. Ein Anziehen der Zinsen auf dem US-Markt würde die Bilanzen hierzulande beeinflussen, Dividenden müssten möglicherweise leicht gekürzt werden. Für die Industrie bedeutet das Beibehalten der Notenbankpolitik ein Durchatmen, können sich die Firmen doch auch weiterhin auf beiden Seiten des Atlantiks mit billigem Geld versorgen.


Für Anbieter, welche nicht in den USA produzieren, hat die aktuelle Entwicklung aber auch einen faden Beigeschmack. Eine Verteuerung amerikanischen Geldes hätte die Produktionskosten in den USA wieder in die Höhe getrieben und damit die Endpreise. Für europäische Unternehmen hätte dies mit preiswerteren Produkten einen Wettbewerbsvorteil auf dem US-Markt bedeutet.


[sppg_rating]


Bestes Tagesgeldkonto


ING-Diba Tagesgeld

Top 5 Tagesgeldkonten

Consorsbank 1,00 %
FIMBank 0,85 %
Renault Bank direkt 0,70 %
Alpha Bank Romania 0,66 %
Oney Bank 0,65 %
Anlagesumme 10.000 €