Kurzfristige und langfristige Geldanlage – was lohnt sich aktuell? |
| Mittwoch, den 14. September 2011 um 19:33 Uhr |
|
Dem interessierten Geldanleger kommt das aktuelle Misstrauen der Banken untereinander sehr gelegen. Die Banken parken ihre Gelder lieber bei der EZB zu niedrigen Zinsen, als sie sich im Interbankengeschäft gegenseitig zu leihen. Das führt bei einigen Banken zum erhöhten Bedarf an liquiden Mitteln, der über die Spareinlagen der Kleinanleger gedeckt werden soll. Der lachende Dritte bei der ganzen Sache ist der Kunde, der sich sowohl bei der kurzfristige Geldanlage Tagesgeld als auch bei der langfristige Geldanlage Festgeld mit kurzen Anlagezeiträumen über eine gute Rendite freuen darf. Beim Tagesgeldvergleich sind derzeit viele Angebote zu finden, die sich kurz vor der Drei-Prozent-Marke bewegen. Beim Festgeld sind je nach Anlagezeitraum und Einlagenhöhe sogar schon wieder mehr als vier Prozent erzielbar. Auch ist wieder ein verstärkter Trend dazu zu beobachten, dass die Tagesgeldzinsen über längere Zeiträume trotz verbleibender täglicher Verfügbarkeit garantiert werden. Meist gelten die Offerten allerdings nur für Neukunden und ab einer vorgegebenen Mindesteinlage. Eine weitere Einschränkung setzen einige Banken zudem noch bei der maximalen Einlagenhöhe oder gewähren die hohen Zinsen nur für einen Grundbetrag, während darüber hinaus gehende Einlagen niedriger verzinst werden. An wieder anderen Stellen muss eine ständig verfügbare Mindesteinlage vorhanden sein, um sich den hohen Zinssatz auf Dauer sichern zu können. Wie lange dieser Trend der hohen Zinsen anhält, dass kann derzeit noch niemand genau sagen. Wichtige Einflussfaktoren auf die Anlagezinsen sind die weitere Entwicklung der Leitzinsen der EZB und auch der Verlauf der Inflation. Auch die Tendenzen bei der wirtschaftlichen Stabilisierung einiger angeschlagener Euro-Länder dürften sich hier spürbar auswirken. Ein Rückgang der Zinsen für Tagesgeld und Festgeld ist auch zu erwarten, wenn die Konjunkturdaten der nächsten Monate negativ ausfallen oder nicht die prognostizierten Steigerungen aufweisen. Ein Rückgang der Konjunkturdaten erhöht bei den Banken das Risiko von Kreditausfällen, die auch durch Einsparungen bei den Guthabenzinsen wieder ausgeglichen werden müssen. Das ist eine der Ursachen, warum die Umsatzzahlen beim Investmentbanking im Moment eher dürftig ausfallen. Auch als privater Anleger sollte bei Unternehmensbeteiligungen, Aktien und Fondsanlagen derzeit eher vorsichtig agieren und die Offerten für solche langfristigen Geldanlagen einer sehr genauen Prüfung unterziehen. |