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Europäische Zentralbank senkt Leitzinssatz auf 1,25%

Freitag, den 04. November 2011 um 08:47 Uhr

Die EZB hat den aktuellen Leitzinsen auf 1,25% gesenkt - zur großen Überraschung aller Fachleute und Beobachter hat die Europäische Zentralbank am gestrigen Donnerstag den Leitzinssatz gesenkt. Zwar herrschte bisher unter den Finanz- und Wirtschaftsexperten die einhellige Meinung, dass die Leitzinsen in den nächsten Monaten gesenkt werden würden, aber mit einem sofortigen Zinsschritt hatte praktisch Niemand gerechnet.


Quasi als erste Amtshandlung hatte der neue Vorsitzende der EZB, der Italiener Mario Draghi, auf der gestrigen Sitzung die Reduzierung der Leitzinsen auf 1,25 Prozent verkündet. Zuvor lag der Leitzinssatz bei 1,50 Prozent und es war die erste Erhöhung der wichtigsten europäischen Zinsen seit mehr als 30 Monaten. Im April und Juni dieses Jahres hatte die Europäische Zentralbank zuvor die Zinsen noch zweimal erhöht, zunächst von 1,00 auf 1,25 Prozent und im zweiten Schritt von 1,25 auf zuvor 1,50 Prozent. Die Hauptbegründung der EZB für diesen unerwarteten Zinsschritt ist, dass das weltweite Wirtschaftswachstum durch die erneute Finanzkrise deutlich blockiert würde, und mit der Senkung der Zinsen wolle man dieser Tatsache entgegen treten. In Fachkreisen ist dieser schnelle Zinsschritt unter anderem auch ein Anhaltspunkt dafür, dass die EZB selbst aktuell relativ sensibel und nervös ist, was insgesamt sicherlich kein positives Signal an die Märkte sein dürfte.


Auswirkungen der Zinssenkung auf verzinsliche Geldanlagen

Während Hypothekendarlehen und teilweise auch andere Kredite nach der aktuellen Leitzinssenkung noch preiswerter werden dürften, war der gestrige Donnerstag für viele Anleger eher ein schwarzer Tag. Gerade in den Sparten Festgeld und Tagesgeld waren die Banken in den vergangenen Wochen dazu übergegangen, die Zinssätze Schritt für Schritt etwas zu erhöhen. Dieser Trend dürfte nun definitiv gestoppt sein. Für Festgeld- und Tagesgeldanlagen bedeutet das, dass die Zinsen wieder fallen könnten und diese zwei Produkte für Anleger wieder unattraktiver werden dürften. Wie schnell die Banken ihre Zinssätze anpassen werden, wird man sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen sehen. Wer den bevorstehenden Zinssenkungen „entkommen“ möchte, der sollte sich jetzt noch schnell für eine Geldanlage mit einem für eine bestimmte Laufzeit garantierten Zinssatz entscheiden. Das kann bei Neukunden ein Tagesgeldkonto mit über sechs oder zwölf Monate garantiertem Zinssatz sein oder auch eine Festgeldanlage, bei welcher der Zinssatz für die vereinbarte Laufzeit ebenfalls unverändert bleibt.